ÜZ

Überrumpelungstaktik am Telefon - nicht im Auftrag der ÜZ!

01.08.2016

 

Wer kennt das nicht: Abends sitzt man gemütlich mit der Familie zusammen und plötzlich klingelt das Telefon. Eine aufgeregte Stimme meldet sich so schnell, dass man weder den Namen noch die Firma verstanden hat. Sie redet so eilig und drängend weiter, dass man gar nicht merkt, dass man schon mitten in ein Verkaufsgespräch verwickelt wurde.

Abwimmeln lassen sich solche Anrufer meistens sehr schwer, umso ärgerlicher wenn solche Anrufe immer wiederkehren. Meist handelt es sich um Firmen mit denen man bisher noch keinen Kontakt hatte und man fragt sich, wo diese die eigene Telefonnummer und eventuell sogar persönliche Daten wissen. 

Der Verbraucher muss vorab eindeutig der Telefonwerbung zugestimmt haben. Wenn diese Zustimmung nicht vorliegt, spricht man von unerbetenen Werbeanrufen sogenannte „Cold Calls“.

Diese Werbeanrufe sind seit Jahren gesetzlich verboten, da sie eine unzumutbare Belästigung darstellen. Sogar die Erhöhung der Bußgelder scheint solche Firmen nicht abzuschrecken. Besonders auf dem Strommarkt tummeln sich einige schwarze Schafe, die auf solche unseriöse Kundenfangmethoden setzen.

 

Aber auch wenn die Firmen damit gegen Gesetze verstoßen, können bei solchen Telefonaten rechtswirksame Verträge geschlossen werden. Daher sollte man hier vorsichtig sein!

 

 

Warum sind Cold Calls für den Verbraucher nicht nur lästig, sondern können neben Nerven auch Zeit und richtig Geld kosten?

  • Katze im Sack
    Die geschulten Verkäufer versprechen dem Kunden das Blaue vom Himmel, aber genaue Vertrags- und Preisdetails kann der Kunde erst mit Erhalt der Unterlagen prüfen und vergleichen.
  • Überraschender Moment
    Die Verbraucher werden aus einer Privatsituation herausgerissen und sind nicht auf eine Verkaufssituation eingestellt.
  • Außer Konkurrenz
    Beim zeitlich knappen Gespräch kann sich der Verbraucher weder ein Vergleichsangebot einholen, noch kann er sich über den bisher unbekannten Anbieter informieren.
  • Unseriöser Vertragsschluss
    Vielen Verbrauchern ist nicht klar, dass Sie am Telefon überhaupt Verträge abschließen können. Sie geben unüberlegt eine Zusage oder denken der Vertrag wird noch schriftlich fixiert. Andere Kundenerfahrungen zeigen, dass sie am Telefon lediglich der Zusendung von Informationsmaterial zugesagt haben, trotzdem kam Tage später bereits die Auftragsbestätigung und es wurde scheinbar ein Vertrag geschlossen. Häufig kommt es nach einem getätigten Widerruf des Vertrages zu Drohungen wegen Schadenersatz sowie Stornogebühren.
  • Verschleierte Identität
    Manch einer von den Anrufern verschleiert absichtlich seine Identität durch Unterdrückung der Rufnummer oder gibt sich als "Stromanbieter vor Ort" (=ÜZ) aus, um beim Kunden auf das Vertrauensverhältnis zur ÜZ aufzubauen.
  • Hartnäckigkeit
    Verbraucher berichten von aggressiven, belästigenden und bedrängenden Anrufern. Anrufer bedrängen Verbraucher, dass diese "Ja" oder "ok" sagen.
  • Verständigungsschwierigkeiten
    Häufig werden Verständigungsschwierigkeiten bei älteren und ausländischen Mitmenschen ausgenutzt. Diese sollten daher im Zweifelsfall lieber auflegen.



Vertrag ist telefonisch zustande gekommen – und jetzt?

  • Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen in der Regel ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Die Frist beginnt erst ab Erhalt der schriftlichen Belehrung über dieses Widerrufsrecht (meist mit der Auftragsbestätigung).
  • Wenn der Widerruf von der Firma abgelehnt wird, kann eine Anfechtung des Vertrages erfolgen.
  • Anschließend sollte die Firma auf jeden Fall bei der Bundesnetzagentur und den Verbraucherzentralen angezeigt werden. Dies ist bequem online auf den jeweiligen Seiten möglich. Die Firmen die Cold Calls durchführen, werden mit Bußgeldern bestraft.

 

ÜZ-Empfehlung - was kann ich tun?

  • Nicht unvorbereitet auf so ein Gespräch mit unbekannten Firmen einlassen. Anrufer abwimmeln und notfalls einfach auflegen, auch wenn dies unhöflich erscheint. Aber Sie unaufgefordert privat anzurufen, meist zu einer späteren Stunde, ist ohnehin unhöflich.
  • Eventuell angezeigte Rufnummer im Internet recherchieren.
  • Keine Zusagen zu vertraglichen Verpflichtungen machen und kein Informationsmaterial anfordern sowie niemals persönliche Daten am Telefon preisgeben!

 

Abwehr solcher Cold Calls?

  • Nach Firmendaten (Anschrift der Firma, Name des Anrufers, Name des Vorgesetzten) fragen. Wenn der Anrufer nervös wird, beendet er das Gespräch von sich aus.
  • Auf Unzulässigkeit solcher Anrufe hinweisen.
  • Reizwörter benutzen: "Ich brauche die Angaben für meinen Anwalt, zur Vorbereitung der Unterlassungsklage.“

 

Haben Sie weitere Fragen?

Zögern Sie nicht uns unter der Telefonnummer 09382/604-603 oder 09382/604-604 anzurufen. Unsere Serviceteams stehen Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung und können Ihnen eine Hilfestellung geben.

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